Repertoire

blockfloetenRecordari #1 ist eine konzeptuelle Komposition, die für jeden Aufführungsort neu erarbeitet wird, indem Geräusche aus der Umgebung des Aufführungsortes zur Grundlage des Instrumentalspiels werden. Dieser durch Ideen von John Cage, Luc Ferrari und Alvin Lucier geprägte Ansatz macht das Stück für klassische Konzertsaal-Situationen ebenso interessant wie für Off-Spaces, weil es den Raum selbst thematisiert. Die vermeintliche Selbstverständlichkeit der Unterscheidung von innen und außen wird hier musikalisch in Frage gestellt.

Recordari #2 unternimmt den Versuch, politische (Sprech-) Akte in ein Musikstück zu integrieren. Damit kann das Stück je nach Kontext komplett neue Ausformungen annehmen. Anders als bei „engagierter Musik“, die – von Eisler bis Nono – primär auf der inhaltlichen Ebene operiert, macht „Recordari #2“ den Prozess der politischen Diskussion bzw. Aushandlung zum formalen Thema, weil beide Performer*innen zwar „einer Meinung“ sein können, es aber laut Partitur durchaus nicht sein müssen.

(Recordari #1 und Recordari #2 sind Teile des Zyklus „Recordari“. Dessen Textpartitur ist bewusst in Englisch gehalten, weil dies das Spiel mit den beiden Bedeutungen des Wortes „recorder“ ermöglicht und von Aufführung zu Aufführung neue Konstellationen von Blockflöte und elektronischem Aufnahme- und Wiedergabegerät erlaubt.)

23 Minutes for Recorder and Recorder entstand für das Festival Experimentelle Musik in München am 08.12.2018. Die Musik für dieses Konzert wurde auf der Basis der Textpartitur von „Recordari #1“ entwickelt. Indem Fieldrecordings vom Weg zum Auftrittsort in unterschiedlicher Geschwindigkeit wiedergegeben werden, spielt der „Recorder“-Part mit der Relativität von Zeit, während die Blockflöte notwendigerweise in Echtzeit agiert.

elektronikF_eber (der Titel ist eine Anspielung auf den antifaschistischen Februaraufstand 1934 in Österreich) ist ein Stück, das sich dem musikalischen Eingedenken widmet. Das verwendete O-Tonsprachmaterial stammt von Gerald Fiebigs 1923 geborener Großmutter, die Kindheitserinnerungen an besagtes Ereignis erzählt.

Ships in the Night basiert auf einer elektroakustischen Komposition von Gerald Fiebig. Elemente der Komposition sind die Stimme eines aus dem Mittelmeer geretteten syrischen Bürgerkriegsflüchtlings, Nebelhörner und Blockflöten (in der elektronischen Fassung sind es Sinustöne).

Factory Whistle ist eine Komposition für Blockflöten und Zuspieler. Auch die elektroakustische Zuspielung ist aus Blockflöten-Sounds komponiert, jedoch aus betont geräuschhaften. Das Holzblock-Instrument wird damit in einen unerwartet „industriell“ und metallisch klingenden Kontext gerückt.

 

 

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